Altstadt von Stein

Der Donauhandel prägte auch die Schwesternstadt von Krems über Jahrhunderte entscheidend. Kein Schiff legte bloß an, um Wein mitzunehmen, Gegenfuhren wurden ausgeladen und machten Stein zum Handelszentrum. Viele Faktoren trafen hier zusammen, die zum rasanten Aufstieg der Stadt beitrugen. Stein hatte unter anderem ein Monopol als Salzniederlage, dazu kam der Weinexport nach Bayern und Oberdeutschland, so wurde 1401/02 über Stein ein Viertel des Gesamtexportes an Wein aus dem Lande unter der Enns von hier aus verladen.

Stein wird zwar erst 1072 erstmals in einer Urkunde erwähnt, und damit rund 80 Jahre nach Krems, die „urfahr“ nach Mautern ist jedenfalls älter, ebenso wie durch die Raffelstätter Zollordnung (903-907) ein wehrhafter Ort gegenüber Mautern indirekt gesichert ist. Dazu kommen die Funde auf der Ried Altenburg in Stein, die eine slawische Siedlung ab dem 6. Jahrhundert bestätigen. Ende des 11. Jahrhunderts setzte dann eine rasante städtebaulichen Entwicklung ein, der nur mehr räumliche Grenzen gesetzt waren: für Bautätigkeiten ist der Platz zwischen Weinbergen und Donaufluss knapp bemessen, zur Donau hin betrug er vor der Regulierung des Stromes zunächst oft nur wenige Meter.

Die Bürgerinnen und Bürger pflegten internationale Handelskontakte, ihr Wohlstand manifestiert sich bis heute im Stadtbild: reich verzierte Portale, figuraler Schmuck, Flach- und Runderker sowie Wandmalereien zeugen von den erfolgreichen Handelsbeziehungen. Im Wohnbereich finden wir heute ebenfalls großzügigere Räume, farbige Holzdecken und viele weitere Zeichen des steigenden Wohlstandes.

In den letzten Jahren erhielt Stein durch die Kunstmeile und die Donau Universität neue zukunftsweisende Impulse. An der Schiffstation steigen jährlich über 200.000 Gäste aus, die die herrliche Altstadt und ihre kulinarischen und kulturellen Angebote genießen.